Prüfungsreglement FKS: Das neue Prüfungsreglement des Fudokan Karatedo Schweiz steht ab sofort zum Download für Dojo-Mitglieder bereit.

Bernhard Ryffel

Wir verlieren einen Freund.
Bernhard hat diese Welt heute Morgen verlassen.
Wir sind sehr traurig.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 4.11.2009 um 14 Uhr in der Kirche in Wengi statt.
Wir nehmen alle eine farbige Blume mit damit ein möglichst bunter Strauss entsteht.
Das gesammelte Geld werden wir auf Wunsch von Bernhard an das Kantha Bopha Kinderhilfswerk von Beat Richner überweisen.

Nachruf

Lieber Bernhard

Vor 13 Jahren, es war im Herbst 1996, hast du mit deinem Sohn Luc zusammen das Training in Angriff genommen. Du bist ein eifriger Schüler gewesen. Die neuen Impulse hast du wie ein Schwamm aufgenommen. So hast du schnell grosse Fortschritte erzielt und wurdest vielen jüngeren Kollegen ein Vorbild. Bereits im 2002 konntest du in Basel zur Schwarzgurtprüfung antreten. Dieser Anlass ist mir als ein eindrückliches Erlebnis in Erinnerung geblieben. Unmittelbar vor deinem Auftritt sprangst du zur Aktivierung der Explosivkraft dreimal in die Höhe. Dabei bemerkte ich, dass der Experte neben mir keine Freude daran hatte und im Gesicht dunkelrot anlief. Er massregelte dein Verhalten und kritzelte einige negative Notizen aufs Papier. Daraufhin hast du aber deine prekäre Lage richtig eingeschätzt und hast wohl auch gespürt, dass nun von dieser Person unbedingter Gehorsam gefordert wird! Eine schlichte und absolut korrekte Verbeugung war deine Antwort darauf. Im Laufe deiner Prüfung wiederholtest du diese Höflichkeit noch zweimal in gut bedachten Momenten. Schliesslich sagte mir der Experte über seine Lesebrille schauend: He’s a very polite person. Das negative Gekritzel zu Beginn war nun längst vergessen und du hast deine Prüfung mit Bravour bestanden. Über deine technischen und besonders über deine taktischen Fähigkeiten habe ich mich dann sehr gefreut.

Im 2006 hast du bereits die 2. Danprüfung bestanden und in unserem Dojo Einiges bewegt. Deine positive Energie hat uns viel Freude bereitet:

• Ich denke da an die Trainings, die du geleitet hast. Diese wurden sehr geschätzt. Deine sorgfältige Vorbereitung war immer deutlich zu spüren.

• Ich denke an die vielen Prüfungen, die wir zusammen abgenommen haben. Immer warst du sehr darum bemüht, für die Kandidaten die richtige Lösung zu finden.

• Ich denke an die von uns organisierten Turniere, an welchen du uns als Arzt unterstützt hast.

• Ich denke an die vielen konstruktiven Ratschläge, die du uns gegeben hast, welche Konflikte zu verhindern oder zu lösen halfen. Du warst stets ein guter Zuhörer und wir fühlten uns und von dir ernst genommen.

• Weiter denke ich an die vielen Dinge, die du uneigennützig für uns getan hast.

Dass du in vielen Bereichen eher mein Lehrer warst als umgekehrt, wurde mir schon bald einmal bewusst.

Diesen Sommer durfte ich dich noch von einer anderen Seite kennen lernen. Deine schwere Krankheit war schon stark fortgeschritten. Und trotzdem wagten wir uns gleich zweimal auf eine Bergtour. Der Ausgangspunkt war das bezaubernde Maderanertal im Kanton Uri. Ein langjähriger Trainingskollege und guter Freund von dir machte mich darauf aufmerksam, dass deine körperliche Verfassung vermutlich höchstens 30 Minuten Marsch zulassen würde. So schlimm kann es nicht sein, dachte ich mir und stellte mich auf eine Stunde ein. Als du mich dann über dein Ziel informiertest und ich auf dem Wegweiser siebeneinhalb Stunden las, wurde es mir unheimlich. Zu meinem Erstaunen hatte ich Mühe mit dir Schritt halten zu können und als du dein Tempo noch verschärft hattest, nur weil du eine Gruppe überholen wolltest, wurde es mir noch unheimlicher. Übermut tut selten gut: du warst nur einmal unvorsichtig und rutschtest auch prompt auf einer Steinplatte aus. Dein Ellenbogen und deine Hand fingen an zu bluten.
Deine Knie zitterten. Und als die Gruppe uns wieder einholte, fingst du an, dich zu entschuldigen. Dann erzählte ich dir, dass ich kurz zuvor auf dem Schneefeld hinter dir auch gleich zweimal unfreiwillig in den Spagat ging, aber schnell wieder auf die Beine kam, damit du auch bestimmt nichts bemerken würdest, und dass die Gruppe uns jetzt nur wieder einholte, weil ich Laie dich Arzt so ungeschickt verarzte. Daraufhin konnten wir eine ganze Weile über uns lachen.
Deine Freude war riesig, als wir schliesslich die Cavardirashütte erreichten. Du meintest, dass die Ärzte im Tiefenauspital dir dies nie glauben würden. Als ich mich dann als Zeuge anbot, hast du nur abgewunken: „Sie würden uns gleich beide behalten und als Spinner einliefern!“

Lieber Bernhard, ich werde mich nicht daran gewöhnen, dass beim Aufstellen zu unserem Begrüssungsritual im Dojo, meine Augen dich nicht finden werden. Und wenn ich hier einen Wunsch äussern darf, dann ist es dieser, dass ich dir wieder einmal begegnen möchte. Und zwar so wie wir dich kennen gelernt haben: als wunderbarer Mensch, liebenswürdig und offenherzig.

Rudi Seiler
Vals, 31.10.2009

Barbara Seiler
28. Oktober 2009

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